Die Suche nach dem Glück

Mayra Overney
Mayra Overney, 24. Januar 2018

Warum sind wir Menschen nicht glücklicher? Was machen wir falsch? Was ist überhaupt Glück und wo finden wir es? Was macht uns glücklich oder zumindest glücklicher? Kann Glück trainiert werden?

Der Österreicher Stefan Sagmeister, der sein New Yorker Design-Studio alle sieben Jahre für eine längere Pause schliesst, begab sich auf die persönliche Suche nach dem Glück und seiner kulturellen Bedeutung. Er führte dabei mehrere Experimente an sich selbst durch, um den effektivsten Weg zu finden, sein eigenes Glück zu steigern.

Sagmeister stellt in der Ausstellung sein alternatives Lebensmodell vor. Anstelle vom klassischen Weg (Ausbildung bis 25, Arbeiten bis 65 und dann Ruhestand bis 80) schlägt er vor, nach sieben Jahren stets ein Jahr Pause zu machen. Eine Pause für Kreation, Inspiration, Ruhe und Familie. Dafür, so Sagmeister, würde er sogar den Ruhestand um ein paar Jahre verkürzen.

Er versuchte Meditations-, Konzentrations- und Entspannungstechniken, unterzog sich einer kognitiven Verhaltenstherapie und nahm stimmungsaufhellende Medikamente ein. Er ergänzte die Ergebnisse dieser Experimente mit sozialwissenschaftlichen Daten der Psychologen Daniel Gilbert, Steven Pinker und Jonathan Haidt sowie des Anthropologen Donald Symons, Zudem zog er die Arbeiten führender Historiker heran und stellte die Ergebnisse in einen breiteren Kontext.

Happy Show

Die Ergebnisse dieser Experimente zeigt der Designer im Museum für Gestaltung in Zürich in der Ausstellung „The Happy Show“. Wie man auf den Abbildungen sehen kann, dominiert dabei die Farbe Gelb. Die Exponate sind sehr vielseitig: neben den provokativen Infografiken sind auch inspirierende Worte, typographische Experimente, poetische Animationen, farbenfrohe Videos und interaktive Installationen zu sehen.

Laut Sagmeister sollten wir mit wenigen Erwartungen durchs Leben gehen, also warnt er die Besucher davor, dass uns seine Ausstellung nicht glücklicher machen wird. Aber in meinem persönlichen Fall war ich glücklich zu erfahren, dass Grafikdesign ein mächtiges Instrument ist, um Aufmerksamkeit zu wecken, visuelle Antworten auf das Leben zu geben, Emotionen zu verarbeiten und vor allem, um über ein so spannendes Thema wie die Suche nach dem Glück nachzudenken.

Die Ausstellung kann man noch bis zum 11. März im Museum für Gestaltung Zürich besuchen. Viel Freude!